FERNWANDERN IN SCHWEDEN

110 Kilometer in 6 Tagen entlang des Kungsleden. Unterwegs in Nordschweden mit Rucksack und Zelt und ohne Handyempfang.
Der Fjällräven Classic Schweden – ein Event das Natur und Mensch zusammenbringt.

Was ist der Fjällräven Classic Schweden?

Der Fjällräven Classic ist ein 110 km langer Trek hoch oben im Norden von Schweden, in Schwedisch Lappland. Zum Teil führt er entlang des berühmten Kungsleden, auch Kings Trail genannt. Er ist einer der bekanntesten Weitwanderwege in Europa. In 5 Tagen (wir liefen ihn in 5 ½) wandert man von Nikkaluokta bis nach Abisko, vorbei am berühmten Berg, dem Kebnekaise (2097m), welcher auch von dir bestiegen werden kann, wenn du das möchtest. Benannt ist das Event nach dem Organisator, dem gleichnamigen schwedischen Hersteller von Outdoor-Ausrüstung und Funktionskleidung. Einmal im Jahr gibt es hierzu einen Termin, welcher im August liegt, und hierzu werden Anfang des Jahres Starttickets verkauft. Viele Teilnehmer, die aus der ganzen Welt zum Event anreisen, greifen dankbar auf die Unterstützung und Infrastruktur zurück, denn oft kommen viele von euch alleine und trauen sich (noch) nicht zu, so eine lange Wanderung fernab von jeglicher Zivilisation, Straßen und Handyempfang alleine zu meistern. Manche von euch kommen immer wieder, denn die Atmosphäre und Begegnungen unterwegs bleiben lange im Gedächtnis.

Frau wandert auf Holzbalken durch die Landschaft auf dem Kungsleden in Schweden

Der Ablauf des Events – Transfers – Essen – Schlafen

Jedes Jahr nehmen rund 2000 Teilnehmer am Fjällräven Classic Schweden teil, doch Corona hatte nun auch hier seine Finger im Spiel, denn so kam es, dass wir eigentlich Tickets für das Jahr 2020 hatten, das Event aber ausfiel und nun auf 2021 verlegt wurde. Leider konnten viele Teilnehmer aus anderen Kontinenten nicht anreisen und somit waren es 619 Teilnehmer die am Ziel ankamen. Wieviele gestartet waren kann ich leider nicht sagen). Das Ticket kostete 2020 pro Person 2500 Kronen also etwa 242 Euro. Da sehr viele Teilnehmer auf dem Trail unterwegs sind und um nicht alle gleichzeitig auf die Strecke zu lassen gibt es Starttage und Startzeiten auf deinem Ticket. Wir starteten an Tag 2 um 12 Uhr mit dem Bus in Kiruna. Die Fahrt nach Nikkaluokta beträgt ca. 1 Stunde. Der Fjällräven Classic 2022 fand vom 12.08. bis 19.08.22 statt, das bedeutete das die Starttage der 12.+13.+14.08. waren und du dann bis zum 19.08. mittags Zeit hattest im Ziel anzukommen. Du musst somit die Strecke nicht in 5 Tagen laufen, außer du hast den letzten Starttag, sondern kannst dir die Zeit nehmen die du brauchst.

Was ist in deinem Ticket enthalten?

Die Leistungen die in deinem Ticket enthalten sind: Der Bustransfer vom Kiruna Flughafen und Kiruna Bahnhof nach Högalidskolan (das ist die Schule in Kiruna und hier ist auch das Camp Ripan wo du dir ein Zimmer oder Zeltplatz mieten kannst, da du oft einen Tag vor deiner Startzeit in Kiruna ankommst). Den Bustransfer von Högalidskolan zum Startpunkt nach Nikkaluokta, einen Müllbeutel (im Sinne von “Leave no Trace”) , für den, wenn du ihn am Ende des Treks voll abgibst, ein Geschenk erhältst, eine Wanderkarte, einen Trekking Pass zum Abstempeln an den Checkpoints und dein Trockenessen, Polarbröd und Gaskartuschen sowie Toilettenpapier (in den Toilettenhäuschen auf der Strecke gibt es keins und diese sind auch rar gesät). Um Wasser brauchst du dir keine Sorgen zu machen, denn auf deinem ganzen Weg wirst du begleitet von kleinen und großen Flüssen, Bächen oder Seen, woraus du dich direkt mit deiner Wasserflasche bedienen kannst. Filter benötigst du nicht, aber wenn du auf Nummer Sicher gehen magst, kannst du dein Wasser natürlich auch filtern. Wir haben nie gefiltert, nur aus fliessenden oder großen Gewässern Wasser getrunken und keine Probleme gehabt.

Kein eigenes Equipment?

Und falls du gerne am Fjällräven Classic Schweden Teilnehmen möchtest, aber dir das geeignete Equipment fehlt, dann ist auch das kein Problem. Fjällräven bietet dir Equipment zur Miete an, welches du am Starttag in Kiruna bekommst.

Betreutes Weitwandern und Organisation des Fjällräven Classic Schweden

Letztendlich kann ich sagen das der Fjällräven Classic Schweden eine interessante Kombination aus “betreutem Weitwandern” und komplettes Alleinsein in der schwedischen Wildnis ist und perfekt geeignet für dich, wenn du zwar gerne viel wanderst, aber dich noch nicht alleine an eine Mehrtageswanderung abseits jeglichen Handyempfangs gewagt hast. Tragen musst du dein Gepäck natürlich selbst und schlafen kannst du dank des “Jedermannrechts” überall dort wo es für dich am schönsten ist. Aber das Tolle ist auch, das du das Gepäck welches du nicht benötigst, in Kiruna vor Busabfahrt abgeben (kannst) und am Ziel in Abisko wieder in Empfang nimmst. Dort erhältst du auch deinen letzten Stempel, eine Medaille und ohne Pandemie auch eine Abschlussparty. Außerdem wartet auf dich eine wohlverdiente Dusche und Sauna oder gar eine Massage die du vorab buchen kannst. Übernachtungsmöglichkeiten hast du auf einem Trekkingplatz rund um das Ziel oder in der Jugendherberge, der STF Abisko Touriststation, was mein Mann und ich taten. Vorabbuchung dringend empfohlen! Der Bustransfer für die Abreise wird auch von Fjällräven organisiert und bringt dich pünktlich nach Kiruna zum Flughafen und Bahnhof. Diesen musst du dir allerdings dann vor Ort selbst buchen und kostete bei uns 200 Kronen, also etwa 20 Euro pro Person, und ist mit den Abflug- oder Abfahrtszeiten abgestimmt.

Schild Fjällräven Classic Schweden 2021 im Regen
Kiruna Flughafen Schild beim Fjällräven Classic in Schweden 2021
Fahrt zum Fjällräven Classic Schweden 2021 im Regen
Rucksackwiegen beim Fjällräven Classic in Schweden 2021

Die Checkpoints

Auf der ganzen Strecke passierst du insgesamt 6 Checkpoints, Start und Ziel nicht mit eingerechnet. Dort wirst du herzlich von den vielen freiwilligen Helfern in Blau Willkommen geheißen und hier und da gibt es die ein oder andere Überraschung in Form einer Leckerei. Hier wird auch dein Pass abgestempelt und du trägst dich in eine Liste ein. So wird sichergestellt das du nicht verloren gehst, aber dennoch wird eine Suche gestartet wenn du nicht am Ziel ankommst. Am 3. und 5. Checkpoint, Sälka und Alesjaure, hast du zudem die Möglichkeit dein Trekkingessen, das ist die fertige Trekkingmahlzeit Real Turmat und die Gaskartusche wieder aufzufüllen. Am Anfang deiner Tour in Nikkaluokta erhälst du zudem noch Brot, welches du für die komplette Strecke bereits mitnehmen solltest, da es unterwegs nicht aufgefüllt werden kann. Somit ersparst du dir auch das tragen der kompletten Essensration und bist ein bisschen leichter Unterwegs. Gerade für Trekkinganfänger ist das Gewicht auf dem Rücken das du tragen musst nicht zu unterschätzen wenn du kein geübter Leichtwanderer bist oder kein “leichtes” Equipment dabei hast. Aber das ist am Ende auch Ansichtssache was leicht und schwer ist.

Medizinische Hilfe inklusive

An den Checkpoints kannst du auch, wenn du selbst nichts dabei hast, eventuelle Blasen oder andere Wehwehchen versorgen lassen und wenn doch einmal etwas größeres passiert ist, können die Helfer via Satelittentelefon einen Hubschrauber rufen, (Achtung, ich denke das hier eventuell eine Versicherung gut wäre, die du sowieso haben solltest.) denn Straßen gibt es hier nicht. Das komplette Equipment und die Helfer an den Checkpoints werden mit Helikopter an ihre Plätze gebracht. Aber auf dem Weg bist du trotz Einsamkeit nicht allein, denn du triffst oft Wanderer des Events oder solche die den Kungsleden außerhalb des Fjällräven Classic von Nord nach Süd laufen und dir ein freudiges “Hej” entgegenrufen. Ein Erste Hilfe Set ist aber Pflicht und solltest du sowieso auf jeder deiner Wanderungen mit dabei haben.

Der erste Checkpoint Singi beim Fjällräven Classic in Schweden bei rauhem Wetter

Packen

Am Ende des Blogs findest du nochmal eine detaillierte Packliste, aber letztendlich ist es so, dass du auf einer Wanderung am Besten so wenig wie möglich dabei haben solltest, außer du möchtest das alles auf deinem Rücken tragen.
Durch meine Weiterbildung als Outdoor Trekking Guide mit Schwerpunkt auf Lightweight Trekking, habe ich bereits viel dazugelernt was ich benötige und was nicht und auch in leichtes Equipment investiert. Wie leichte Kleidung, ein leichtes Zelt und, dass ich weniger Kleidung, als ich dachte, dabei haben muss. Ein leichter Rucksack fehlt mir noch, denn mein 60L Tatonka Rucksack hat sage und schreibe 2,5 kg Eigengewicht. Auch hier kann viel eingespart werden. Das Eigengewicht von Ulf’s Rucksack ist nämlich nur 1,8 kg und tatsächlich auch größer, denn der Osprey ist schonmal mit anderen Materialien ausgestattet als meiner. Ein Kopfkissen kannst du auch zuhause lassen, denn auch hier tut es einfach die extra Kleidung als Kopfkissen zu nehmen oder eine Jacke, aber mein Mann sieht das anders, denn er hat gerne sein aufblasbares leichtes Kopfkissen mit dabei.

Rucksackpacken mit Real Turmat für den Fjällräven Classic

Tag 1
Nikkaluokta – Kebnekaise

Auf los gehts los. Wir, das sind mein Mann Ulf und ich, erreichten die Högalidsskolan in Kiruna etwa 1 Stunde vor unserer Bustransferzeit, die auf unserem gebuchten Ticket stand. Mit der Buchungsnummer in der Hand ging es hinein in die Schule und wir meldeten uns am ersten Stand an, bekamen dort unsere Wanderkarte, unseren Trekking Pass, Müllbeutel, Toilettenpapier und wurden weitergeleitet zu großen Holzkisten worin das Trekkingessen (Real Turmat) zu finden war. Dort hast du die Wahl zwischen verschiedenen Gerichten die du dir aussuchen kannst. Draußen gab es dann noch das Brot und die Gaskartusche. Aus unserer Erfahrung wussten wir das eine Kartusche für uns zwei reicht, da wir nur Wasser erhitzen mussten. Am Ziel war sie noch immer nicht ganz leer. Nachdem wir alles beisammen hatten, haben wir unsere Rucksäcke final gepackt und gewogen. Vor dem Gebäude gibt es eine Rucksackwaage. 15 kg brachte meiner auf drauf und Ulf seiner wog 13 kg. Einen Rucksack welcher vom Grundgewicht leichter als mein aktueller ist, kaufe ich mir im Frühling 2022.
Ein Vorteil wenn man zu zweit unterwegs ist: Du kannst ganz wunderbar das Equipment aufteilen. Jeder trug somit einen Teil unseres Leichtgewichtzelt und wir benötigten natürlich auch nur einen Gaskocher. Das große Erste Hilfe Set trug ich, sowie meine Kameraausrüstung, die nicht zur leichtesten gehört. Die Canon 5D Mark IV plus Weitwinkel Objektiv und Akkus sind nochmal etwa 2,5kg extra. Auch deshalb war mein Rucksack etwas schwerer.

Um 12 Uhr saßen wir dann im Bus nach Nikkaluokta und genossen die Fahrt durch wundervolle weite Landschaften. Angekommen ging es nochmal auf die letzte “echte” Toilette, Kamera noch außen am Rucksack befestigt und den ersten Stempel mit Startzeit um 13:27 Uhr am Samstag den 14.08.21 in den Trekking Pass bekommen. Zu guter Letzt noch die orangene Sicherheitsflagge am Rucksack befestigt und dann ging es los.

Start des Fjällräven Classic 2021 in Nikkaluokta
Start des Fjällräven Classic 2021 in Nikkaluokta
Startzelt beim Fjällräven Classic in Schweden 2021
Wir starten das Wandern beim Fjällräven Classic in Schweden 2021

Ich hatte bereits vor dem Event ein ausgiebiges Weitwandertraining, denn gerade mal 4 Wochen zuvor startete ich mit meiner Outdoor Trekking Guide Ausbildungsgruppe unsere lange Tour über knapp 9 Tag, zufälligerweise auch in Schweden, wo wir einen Teil des Bohusläden auf rund 141km im Süden des Landes wanderten. Alle Druckstellen und Muskelverspannungen waren somit für mich bereits wegtrainiert und ich konnte dem Event gut gerüstet entgegentreten.

Die ersten 6 km sind recht schnell gelaufen, denn von Nikkaluokta bis zum See Ladtjojaure ist es ein gut ausgebauter Wanderweg.
Am Anfang des Sees gibt es das LapDånalds, einem kleinen Stand der kalte Getränke und vor allem frisch zubereitetem Rentierburger anbietet. (Eventuell gibt es diesen Stand nur während des Fjällräven Classic, da bin ich mir aber nicht sicher).
Nach dieser netten Pause hast du hier nochmal die Möglichkeit eine der raren Trockentoiletten zu besuchen.

Wenn du gerne Boots fährst, kannst du dir ein paar Laufkilometer sparen und mit dem Boot den See überqueren. Das kostet natürlich extra.

Wir liefen aber am Seeufer weiter und machten gegen 16 Uhr unsere Mittagspause und lüfteten unsere Füße. Es ist Wichtig deinen Füßen pausen zu gönnen und deine Socken trocken zu halten um Blasenbildung zu vermeiden. So bleiben sie gesund und munter und tragen dich über den ganzen Trail. Richtiges Schuhwerk natürlich vorausgesetzt. Blasenpflaster solltest du dennoch mit im Gepäck haben. Man weiß ja nie. Tipp von uns: Wir haben von der Firma Compeed den Anti-Blasen Stift immer mit dabei. Diesen benutzt du präventiv um Reibung und Wundscheuern vorzubeugen. Es ist ein pflegender Fettstift mit Pflanzenölen der die Haut geschmeidig hält. Dank dem Stift, den wir regelmäßig auftrugen, hatten wir keine Probleme mit Blasenbildung. Ihn hatte ich selbst nicht auf dem Bohusläden mit und hatte mit Blasen zu kämpfen, wo mir aber Blasenpflaster das Weiterwandern ermöglichten. Dort hatte ich aber auch andere Wanderschuhe an als auf dem Classic.

Auf dem Weg von Nikkaluokta nach Kebnekaise. Grüne Landschaft in Schweden.
Eine Brücke im schwedischen Fjell
Mein Mann beim wandern beim Fjällräven Classic in Schweden
Ein Wanderschild im schwedischen Fjäll.
Wasser holen am Fluss beim Fjällräven Classic in Schweden
Blick auf das Schwedische Fjell
Der Ladtjojaure in Schweden. Ein klarer blauer See.

Die Sonne begleitete uns am ersten Tag und machte den Start umso einfacher, doch gegen Abend wurde es immer dunkler und wir konnten in der Ferne den ersten Regen erkennen, genossen aber dennoch die wunderbare Landschaft und Aussicht. Pünktlich mit erreichen des ersten Checkpoints auf der Kebnekaise Fjällstation regnete es dann auch schon und wir hüllten uns fix in unsere Regenkleidung. Dann liefen wir nochmal gute 45 Minuten weiter und bauten dann abseits der anderen Zelte rund um die Station gegen 21 Uhr unser Zelt direkt an einem kleinen Bach auf und kochten unser Abendessen. An diesem Tag sind wir laut unserem Tracker etwa 21 km. gelaufen und haben etwa 386 Höhenmeter absolviert. Der Handytracker ist natürlich nicht exakt und somit hatten wir am Ende unseres Trails auch mehr als 110 km auf der Uhr. Müde und zufrieden kuschelten wir uns in unsere Daunenschlafsäcke und liessen uns vom Regenprasseln und Wasserrauschen in einen tiefen Schlaf leiten und träumten von der großartigen Landschaft des Kungsleden.

Gelaufen sind wir an diesem Tag etwa 21,37 km; 386 Höhenmeter und reine Laufzeit etwa 5 Stunden und 9 Minuten. (Laut der App Strava)

Ein laufender Infopoint beim Fjällräven Classic in Schweden.
Die Kebnekaise Fjällstation
Grandioser oranener Sonnenuntergang am Fuße des Kebnekaise in Schweden.

Tag 2
Kebnekaise – Singi

Der Regen hatte sich verzogen und die Sonne weckte uns gegen 7 Uhr morgens. Das übliche Morgenritual begann. Aus dem Schlafsack schälen und “ziiiiip”, den Zeltreißverschluss geöffnet und daraus möglichst galant aussteigen, die Nase in die Sonne recken und mit Flipflops und in Longjohns erstmal die Morgentoilette absolvieren, abseits vom fließenden Wasser natürlich. Dann frisches Wasser aus dem Strom geholt und ein leckeres Porridge zubereitet und dabei die großartige Landschaft genossen. Was braucht man auch mehr als das?

Kebnekaise Gletscher in Schweden und Frühstück mit Aussicht.
Kebnekaise Gletscher in Schweden mit unserem Zelt.
Kebnekaise Gletscher in Schweden
Der Kebnekaise in Schweden mit Wolke

Um 09:10 Uhr hatten wir alles wieder fertig eingepackt und machten uns auf dem Weg. Nächsten Etappenziel der Checkpoint Singi. Wir liefen vorbei am großen Berg Kebnekaise der Rechts von uns in der Ferne zu sehen war und passierten einen Berg mit dem Namen Liddubákti der eine Höhe von 1771 Meter hat. Wir selbst befanden uns auf etwa 720 bis 850 Höhenmetern während dieser Etappe.

Nach Kebnekaise wird der Weg anspruchsvoller, denn er ist überwiegend von großen Steinen gesäumt, die schnelles gehen etwas schwieriger machen. Um die Balance zu halten und die Knie etwas zu schonen, nutzten wir unsere Trekkingstöcke und kamen so auch gut voran. Unsere erste kurze Gehpause zum Füße lüften machten wir an einer Bank gegen 10:50 Uhr und nach 10 Minuten liefen wir weiter und machten unsere Mittagspause nach 8,37 km nach Start am Fuße des Singitjåkka um 12:40 Uhr. Immer noch begleitete uns die liebe Sonne und schenkte uns Wärme, ein wenig Wind und eine grandiose Aussicht auf die atemberaubende Landschaft Nordschwedens.

Sonne die über den Berggipfel in Schweden scheint
Mann pflegt seine Wanderfüsse
Frau isst Real Turmat in Schweden während des Fjällräven Classic Events
Trekkingrucksack mit der Fjällräven Flagge daran die Orange ist.
Frau trinkt Kaffe in Schweden während des Fjällräven Classic Events
Frau steht mitten im Schwedischen Fjäll mit Wanderkleidung

Um 15:05 Uhr erreichten wir dann den nächsten Checkpoint, Singi, welcher vor uns auftauchte als wir über eine Bergkuppe liefen. Dort gab es dann neben dem heiß ersehnten Stempel noch leckeren Lingonberry Tee (Preiselbeertee) und ein Schinken oder Käse Sandwich und die Möglichkeit eine Toilette zu besuchen. Die Toiletten an den Checkpoints musst du dir vorstellen wie eine kleine Umkleidekabine aus Stoff worin sich eine portable Plastik Toilette befindet. Es ist tatsächlich eine etwas wackelige Angelegenheit, aber immerhin kannst du dich einmal hinsetzen und halbwegs entspannt dein Geschäft verrichten.

Singi Checkpoint
Frau macht einen Luftsprung im schwedischen Fjell
Trekking Pass mit Polarbröd und Tee
Wanderweg zum Kungsleden während des Fjällräven Classic Events
Gelbe Blume im schwedischen Fjäll

Es ist immer wieder schön auf einen Checkpoint zu treffen, sich mit den Mitwanderern zu unterhalten und sich auszutauschen und Hallo zu denen zu sagen die man auf dem Weg bereits das ein oder andere Mal getroffen hat, bevor es wieder losgeht. Bis Singi waren wir bereits gute 13,5 km gelaufen, aber hatten natürlich noch die Zeit und Kraft weiter zu laufen. Also ging es für uns um 15:45 Uhr wieder los auf den Trail und waren auch nun auch endlich auf dem Kungsleden, dem Königstrail, angekommen. Jetzt ging die Wanderstrecke für uns nicht mehr von Ost nach West sondern von Süd nach Nord, weiter durch eine wunderschöne Flora und Fauna und ganz viel frischer Luft.

Bergpanorama mit Wolken in Schweden auf dem Kungsleden
Unsere Wanderschuhe
Panorama des schwedischen Fjälls bei schlechtem Wetter.

Um 17:15 Uhr entschieden wir uns unser Nachtlager an einem Fluss, dem Singijakka mit Blick auf den Sinnibákti (1624m) aufzuschlagen. Unser Zeltplatz lag etwa 3 km hinter dem Singi Checkpoint. Nun widmeten wir uns der Fusshygiene. Diese ist super wichtig und so nahm jeder von uns ein kurzes Fußbad im Flusswasser. An meinem Gesicht könnt ihr ja sehen wie kalt es war, aber super erfrischend.

Frau klettert über Steine im Fluss
Frau zieht die Füsse ein und macht ein lustiges Gesicht weil das Wasser zu kalt ist.
Frau zieht die Füsse ein und macht ein lustiges Gesicht weil das Wasser zu kalt ist.

Nachdem wir unser Abendessen gekocht haben und es im freien genießen konnten, kam ein frischer Wind auf und in der Ferne konnten wir sehen das sich Regen näherte. Der sieht immer wie eine diesige Wand aus die langsam auf dich zukommt. Da der Wind ohne Sonne dann durchaus sehr kalt war, verzogen wir uns in das Innere unseres Zeltes und kochten dort noch eine Portion mitgebrachten Seelenwärmer Pudding. Ich kann dir sagen das so eine Leckerei fast das Wichtigste auf so einer Reise ist mit dabei zu haben, denn nur Trekking Essen zu essen, kann auf Dauer auch ganz schön Langweilig werden. Und das “Hmmmmmmm” zu hören, während der erste Löffel Pudding im Mund verschwindet ist sowieso ein Höhepunkt eines jeden Essens draußen in der Natur.

Gelaufen sind wir an diesem Tag etwa 17,74 km; 389 Höhenmeter und reine Laufzeit etwa 4 Stunden und 58 Minuten. (Laut der App Strava)

Mann kocht Outdooressen Real Turmat mit dem Gaskocher während des Fjällräven Classic in Schweden.
Frau isst Outdooressen Real Turmat mit dem Gaskocher während des Fjällräven Classic in Schweden.
Unser MSR Zelt am Fluss in schwedischer Landschaft
Unser MSR Zelt im schwedischen Fjäll beim Fjällräven Classic
Panorama mit unserem Zelt am Fluss im schwedischen Fjäll

Tag 3
Singi – Sälka – Tjäkta

Wie bereits erwähnt hatten wir unser Nachtlager etwa 3 km hinter dem Checkpoint von Singi an einem Fluss aufgeschlagen, von wo wir uns nach einem leckeren Frühstück und einer schnellen Katzenwäsche um 09:10 Uhr auf den Weg machten. Das Wetter, wie du auf den Fotos sehen kannst, war nicht mehr sonnig und wir wurden begleitet von Regen, Wolken und Wind. Mal so, mal so. Typisch Norden, typisch Schweden eben. Du musst auf alles gefasst sein.

Landschaft in Schweden beim Fjällräven Classic
Paar lacht in die Kamera mit einem schwedischen Berg im Hintergrund

Um 12:15 Uhr erreichten wir den nächsten Checkpoint: Sälka. Hier hast du die Möglichkeit Essen und Gas aufzufüllen, in die Sauna zu gehen und in einem kleinen Shop einzukaufen. Hier bereiteten wir auch mit vielen anderen Teilnehmern unser Mittagessen vor und genossen die Aussicht mit nackten Füssen und leckerem Chilli con carne bei kurzzeitigem herrlichem Sonnenschein. Um 13:15 Uhr ging es wieder zurück auf den Weg.
Bis hierhin sind wir bereits etwa 9,71 km gelaufen.

Checkpoint Sälka Info beim Fjällräven Classic
Den nächsten Stempel am Checkpoint Sälka abgeholt beim Fjällräven Classic
Checkpoint Sälka Info beim Fjällräven Classic
Kaltes klares Wasser in Schweden beim Fjällräven Classic
Kaltes klares Wasser in Schweden beim Fjällräven Classic

Während wir liefen stellten wir uns die Frage ob wir den Höchsten Punkt des Trails, dem Tjäktja Pass mit 1140 m.ü.N.N. und einem Anstieg von 600 Höhenmetern noch am selben Tag meistern sollten. Wir wussten ja noch nicht wie schwer es werden könnte und was danach kam und ob wir dort gut unser Nachtlager aufschlagen konnten? Wir näherten uns dem Pass gegen 16 Uhr und entschieden uns weiterzulaufen, da es uns für ein Nachtlager zu früh war und die Gegend vor dem Pass auch nicht zum Zelten einlud. Also gingen wir den Pass an.

Grüne Berge im schwedischen Fjäll beim Fjällräven Classic
Orangene Markierung des Kungsleden Trail in Schweden
Grüne Berge im schwedischen Fjäll beim Fjällräven Classic
Grüne Berge und gelbe Blumen im schwedischen Fjäll beim Fjällräven Classic
Grüne Berge im schwedischen Fjäll beim Fjällräven Classic
Grüne Berge im schwedischen Fjäll beim Fjällräven Classic
Grüne Berge im schwedischen Fjäll beim Fjällräven Classic mit Blick auf den Tjäktja Pass.

Um 17 Uhr ging es nach bereits 19,56 gelaufenen Kilometern ab nach oben. Es ging überraschend gut und nach dem ersten steilen Anstieg standen wir auch bereits kurze Zeit später am ersten Kreuz und schauten zurück auf die grandiose imposante Natur, die wir die letzten Tage durchwanderten. Und ein kleiner Treat gab es auch, denn auf der Strecke siehst du immer mal laufende Infopoints, Mitwanderer von Fjällräven, die dir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dieser eine Infopoint hatte kleine süße Gummibären dabei. Genau das Richtige nach so einem Anstieg, vor allem weil es gerade wieder anfing zu regnen.

Schnell die Regenkleidung angezogen und weiter über den Pass. Dort kommst du an einer kleinen Hütte vorbei, worin du dich aufwärmen kannst oder trocknen, was gerade für dich am Besten ist. Hier bist du nun auch am höchsten Punkt des Kungsleden angekommen. Ab jetzt geht es wieder Bergab. Da es nach wie vor recht stark regnete machten wir uns nach einer Toilettenpause direkt weiter um einen geeigneten Schlafplatz zu finden.

Frau zeigt auf den Tjäktja Pass den sie bald überqueren muss.
Steiniger Weg auf dem Kungsleden zum Tjäktja Pass auf dem Fjällräven Classic
Der Blick zurück vom Tjäktja Pass auf dem Fjällräven Classic
Steiniger Weg über den Tjäktja Pass
Hütte auf dem Tjäktja Pass beim Fjällräven Classic
Hütte auf dem Tjäktja Pass beim Fjällräven Classic
Schild des höchsten Punkts beim Hütte auf dem Tjäktja Pass beim Fjällräven Classic

Das dauerte auch etwas, denn die Strecke die nach dem Pass Richtung Tjäktja kommt ist erstmal eine reine Steinwüste. Und das für eine ziemlich lange Zeit. Es ist anstrengend im Regen über die Steine zu laufen, aber machbar. Der Weg ist das Ziel und die Aussicht auf das trockene Zelt und eine warme Mahlzeit schoben uns voran, wie der Esel dem eine Karotte vorgehalten wird.

Höchster Punkt dem Tjäktja Pass beim Fjällräven Classic
Schneedecke auf dem Tjäktja Pass Auf dem Tjäktja Pass beim Fjällräven Classic
Auf dem Tjäktja Pass beim Fjällräven Classic

Um 18:50 Uhr erreichten wir dann endlich den Checkpoint Tjäktja, welchen wir an diesem Abend aber nicht passierten. Der liegt direkt an einem großen Fluss dem Sielmánjira oben auf einer Kuppe und wir entschieden uns direkt am Wasser davor auf einer großen flachen Freifläche unser Zelt aufzuschlagen. Alleine und mit niemanden sonst in Sicht, denn ich glaube alle anderen Wanderer schlugen ihr Zelt direkt rund um den Checkpoint auf. Auch keine so schlechte Idee, denn dort gibt es mal wieder eine Durschvorhang-Plastik-Outdoor Toilette.
An diesem Tag schmeckte das Essen besonders gut und die Aussicht war sowieso wieder mal fantastisch. Mit tosendem Wasserrauschen schliefen wir auch bald gut gesättigt und gewärmt vom Schlafsack ein.

Gelaufen sind wir an diesem Tag etwa 25,07 km; 522 Höhenmeter und reine Laufzeit 6 Stunden und 48 Minuten. (Laut der App Strava)

MSR Zelt auf dem Kungsleden vor Wolkenbehangenen Bergen
Mann steht im schwedischen Fjell vor großartiger Landschaft
Frau steht im schwedischen Fjell vor großartiger Landschaft
Frau steht im schwedischen Fjell vor großartiger Landschaft
Mann steht im schwedischen Fjell vor großartiger Landschaft

Tag 4
Tjäktja – Alesjaure – Ratojaure (See)

Los ging es an diesem Morgen um 09:30 Uhr. Ab über das steinige Flussbett und direkt zum Checkpoint Alesjaure, wo wir mit Kaffee und Morotskaka (Karottenkuchen) empfangen wurden. Na das hat sich doch gelohnt. Was ein leckerer Kuchen, und mit dieser Natur um uns herum schmeckt alles gleich doppelt und dreifach besser. Die meisten Wanderer waren bereits unterwegs und somit waren wir fast alleine mit dem Team von Fjällräven. Nach einem kurzen Schnack und natürlich dem Besuch der Toilette mit Sitzgelegenheit, wanderten wir weiter.

Frau hiked über einen Fluß im schwedischen Lappland auf dem Kungsleden
Fluss in Schweden
Frau wandert über einen Fluss in Schweden mit Stöcken und Wanderrucksack

Es ging durch eine herrliche grüne mit Gewässern durchzogene Landschaft, Rentiere durchstreiften das Hinterland, die Steine veränderten ihre Form und Farbe während mich die Blumen am See mal wieder anhielten ein Schneuzerfoto zu schiessen. Ich kann einfach nicht anders. (Das letzte könnt ihr im Blogbeitrag von unserem Norwegen Trip HIER sehen).
Die Lage des Meditationsplats am Alisvågi lud uns ein, nach Kilometer 7,6 eine kurze Pause zu machen. Das war um 11:35 Uhr. Schuhe und Socken aus, Snackpause.

Frisch gestärkt ging es durch das Tal an kleinen Seen entlang und ab und zu hörten wir auch mal einen Vogel rufen. Welcher das war kann ich nicht sagen, doch im Sommer leben hier viele Bodenvögel, die man immer wieder zwischen den Büschen hervorschauen sieht.

Berg mit Puschelblumen in Schweden am See
Frau hält sich Puschelblume vor die Nase in Schweden
Mann hält sich Puschelblume vor die Nase in Schweden

Nach gut 11 Kilometern kam der nächsten Checkpoint, Alesjaure, in Sicht. Der Regen lies nun langsam nach und die Sonne zeigte ihre ersten Strahlen. Belohnt wurden wir mit einem fantastischem Regenbogen über der Station.

Was ich leider nicht auf die Kamera bekam war ein weißes Rentier was wir beobachten konnten als ich das Foto von der Station machte. Die Gruppe lief quasi hinter uns am Bergkamm entlang und das weiße Rentier fiel natürlich besonders auf.

Ein kurzes Stück weiter bei Kilometer 12,87 erreichten wir um 13:40 Uhr Alesjaure. Hier hast du die Möglichkeit in die Sauna zu gehen und dein Essen und Gas aufzufüllen. Im Shop kannst du Kaffee trinken, einkaufen und auf eine Toilette gehen. Wie Wunderbar. Als wir oben ankamen lachte uns die Sonne strahlend an und wir konnten all unsere Kleidung trocknen und unser Mittagessen bei Sonnenschein und einer wie immer grandiosen Aussicht vom kleinen Berg herunter genießen.
Und auch, wie wir vermuten, kam das Norwegische Militär, in Form von Jets über uns geflogen und ließ uns einen Gruß in Form von Flügelwackeln da.

Bergstation Alesjaure mit Regenbogen beim Fjällräven Classic
Bergstation Alesjaure mit Regenbogen beim Fjällräven Classic
Bergstation Alesjaure mit Regenbogen beim Fjällräven Classic

Bevor es für uns zu gemütlich wurde, packten wir alles wieder zusammen und wir machten uns weiter um einen neuen Schlafplatz zu suchen. Ein Ort mit Seeblick, das wäre doch schön. Da sollte doch etwas adäquates zu finden sein, denn ab jetzt reihen sich die großen Seen aneinander wie eine Perlenkette.

Atemberaubende Landschaft auf dem Kungsleden in Schweden
See im schwedischen Fjäll

Die Tage vorher hatten wir nie wirklich mit Stechmücken zu tun, aber hier fing es dann tatsächlich an. Lag wohl an den stillen Seen und dem schwachen Wind. Sprich, jedes Mal wenn wir kurz anhielten um uns umzuschauen, auf die Karte blickten oder Wasser auffüllten, kamen die kleinen Biester auch schon angeflogen. Kein Problem eigentlich, da wir beide stichfeste Hosen anhatten, aber dennoch ein wenig nervig im Gesicht und am Oberkörper. Wenn wir mal keine Regenjacken anhatten sondern nur Zipper stört das die kleinen Biester absolut garnicht und sie stachen da natürlich einfach durch. Für schwere Fälle hätten wir auch noch Moskitonetze für den Kopf dabei gehabt, diese haben wir aber zum Glück nicht gebraucht.

Nach weiteren 8 km erreichten wir einen Platz der für uns und unser Zelt wie gemacht war. Das geübte Auge erkannte von guter Entfernung welcher Platz mitten in den kleinen Bodenbüschen eben genug war. Und somit fanden wir diesen grandiosen Platz mit Aussicht und Wasseranbindung. Da es zwar schön aber recht kalt war, kochten wir aus dem Zelt heraus und aßen unser Essen Wind und Moskitogeschützt.

Als sich dann direkt vor uns ein wunderschöner Regenbogen zeigte, schlupfte ich natürlich mit meiner Kamera nochmal aus dem Zelt, gehüllt in nichts mehr als meiner Schlafkleidung und fotografierte das Naturschauspiel. Was ich dabei nicht bemerkte war, das die lieben kleinen mich als Frühstück, Hauptmahlzeit und Abendessen vernaschten. Gespürt hatte ich dies erst am nächsten Tag, als die Stiche anfingen etwas zu jucken. Jede meiner Schultern sah so wie auf dem Foto aus. Plus ein paar Stiche an den Beinen. Das Gute war, dass die Stiche nicht stärker juckten was somit recht gut auszuhalten waren. Aber für das Foto hab ich das gerne auf mich genommen.

Gelaufen sind wir an diesem Tag etwa 20,65 km; 196 Höhenmeter und reine Laufzeit 4 Stunden und 54 Minuten. (Laut der App Strava)

Ein Farbenprächtiger Regenbogen mitten im schwedischen Fjäll
Ein Mann steht in Schweden vor einem Regenbogen beim Fjällräven Classic
See im schwedischen Fjäll
Flip Flop Füsse mitten im schwedischen Grün
Moskitos auf einem Sommerhut in Schweden
Moskitostiche auf Schulter in Nordschweden
Steinschichten auf dem Kungsleden

Tag 5
Ratojaure (See) – Kieron

Aufwachen an einem großen See und die Möwen schreien hören. Das ist definitiv einer meiner Lieblingswecker.
Tag 5 ist angebrochen und wir nehmen die vorletzte Etappe in Angriff. Um 09:10 Uhr ging es wieder auf den Trail. (Die Startuhrzeiten sind tatsächlich morgens alle ein Zufall. Wir haben uns nie festgelegt und unser Aufwach-, Ess- und Packroutine lies uns immer gegen 09:00 Uhr fertig sein.

Ein Mann holt im schwedischen Fluss Wasser
Ein Zelt der Firma MSR steht am Flussufer im schwedischen Lappland
Blick aus dem Zelt von MSR mit Schlafsäcken von Western Mountaineering
Blick aus dem Zelt von MSR in Schweden
Campingkocher in Schweden auf dem Kungsleden

Nächster Checkpoint und letzter war Kieron am Tor des Abisko Nationalparks. Hier musst du beachten das du im Park nicht mehr wild Zelten darfst. Es gibt hier zwei Möglichkeiten zu schlafen. Einmal am Anfang, südlich kommend, bei der Abiskojaure Fjällstuga (das ist auch eine art Jugendherberge, der STF, hier darfst du laut Spielregeln dir keine Hütte mieten, sondern nur Zelten. Die Kosten für den Zeltplatz sind in deinem Ticket inkludiert) Weiter drinnen im Park, kurz vor dem Ende, ist ein weiterer ausgewiesener Platz am Nssanjåkka.
Wir entschieden uns für den ersten, Abiskojaure Fjällstuga, da wir auch sehr gut in der Zeit lagen und keinen Stress hatten. Die geplante Ankunft in der Abisko Fjällstation war für uns irgendwann über den Tag verteilt an Tag 6 dem 19. August 2021.

Letzter Checkpoint Kieron beim Fjällräven Classic im Regen auf dem Kungsleden

Aber erstmal hieß es weiter laufen und die Natur genießen. Unsere Mittagessenspause machten wir Windgeschützt hinter einem großen Stein, schnell, da es drohte wieder zu regnen. Das war dann um 11:30 Uhr nach 7,53km am Fuße des Kartinvare (Gárdeenvárri). Der größte Teil des Weges verlief über Holzplanken durch die flachen grünen Büsche. Weite weite weite.
Den Checkpoint Kieron erreichten wir nach einem regnerischen Bergab mit viel viel Wind und der Regen peitschte uns ins Gesicht. Die Vegetation änderte sich sehr schnell vom kargen Land zu Bergen mit Bäumen und kleinen Waldwegen. Noch schnell über eine große Hängebrücke, Wasser geholt und mit einem großen ‘Hallo’ am Checkpoint Kieron angekommen. Hier trugen wir uns in die Liste ein und stempelten unseren Pass. Hier gab es eine besonders schmackhafte Leckerei. Pannkakor mit Lingonsylt und vispgrädde in der Tasse. (Pfannkuchen mit Preiselbeermarmelade und Sahne) War das Mega!

Mann kocht Essen auf dem Kungsleden mit Ausblick auf die grünen Berge
Checkpoint Essen Kieron Pfannkuchen mit Preiselbeermarmelade und Sahen in der Blechtasse beim Fjällräven Classic
Mann und Frau beim letzten Checkpoint Kieron beim Fjällräven Classic im Regen auf dem Kungsleden
Checkpoint Essen Kieron Pfannkuchen mit Preiselbeermarmelade und Sahen in der Blechtasse beim Fjällräven Classic
Frau wandert auf Holzbalken durch die Landschaft auf dem Kungsleden in Schweden
Frau wandert auf Holzbalken durch die Landschaft auf dem Kungsleden in Schweden
Frau wandert auf Holzbalken durch die Landschaft auf dem Kungsleden in Schweden

Da es stark regnete machten wir uns nach dieser Delikatesse auf zu unserem Nachtlager bei der Abiskojaure Fjällstuga. Diese erreichten wir um 15:00 Uhr, bauten unser Zelt im Regen auf und verschwanden darin. Das zählen der Wassertropfen war unser Zeitvertreib für die folgenden zwei Stunden. Hier trafen wir auch die Entscheidung uns E-Book Reader zu kaufen, damit wir immer etwas zu lesen dabei haben und keine Bücher mitschleppen mussten.
Nachdem es aufhörte zu regnen, kochten wir unser Abendessen, schauten uns den Platz und alles andere genauer an und gingen früh schlafen. Auf dem Platz gibt es einen Shop wo ihr euch mit dem Nötigsten eindecken könnt, sowie Toiletten und eine Küche.

Gelaufen sind wir an diesem Tag 14,51 km, 133 Höhenmeter und reine Laufzeit waren 3 Stunden und 46 Minuten. (Laut Strava App)

Frau blickt auf den verregneten See Abiskojaure in Schweden
MSR Zelt im Abisko Nationalpark Abiskojaure
Mann und Frau lachen in die Kamera beim Trekking in Schweden
Grünes Gras in Schweden
Grasäre in Schweden
Grasäre in Schweden

Tag 6
Abiskojaure – Abisko Fjällstation

Über Nacht blieb es glücklicherweise größtenteils trocken, sodass wir den Weg zum Badezimmer ohne Regenbekleidung zurücklegen konnten. Toll war es auch, dass wir das Zelt zumindest nicht im Regen abbauen mussten. Nass war es dennoch, aber dafür hatte ich zwei kleine Mülltüten dabei, sodass wir die Zeltplane einfach darin verstauen konnten und sonst nichts nass wurde. Trocknen würde es ohnehin nicht mehr bis zum Ziel.

Um 08:30 Uhr starteten wir die letzte Etappe. Wir hatten uns vorgenommen langsam zu laufen, damit wir das letzte Stück noch einmal tief in uns aufnehmen konnten. Die Ersten guten 3km gingen entlang des Sees Abiskojaure. Der Weg ist hier wieder bequemer zu laufen. Wenig steinig und gesäumt mit vielen Gräsern und Bäumen. Gestartet haben wir auf etwa 585 Höhenmeter und es ging dann stetig Bergab auf den tiefsten Punkt von etwa 370 Höhenmeter. Die Vegetation verändert sich somit sehr schnell, das Grün wird satter und wir waren wieder umgeben von Bäumen.

Karge Bäume und rosa Gras am Ufer des Kårsajåkka
Karge Bäume und rosa Gras am Ufer des Kårsajåkka
Karge Bäume und rosa Gras am Ufer des Kårsajåkka
Frau wandert durch den Abisko Nationalpark
Wegweisermarkierung des Kungsleden im Abisko Nationalpark
Wanderschuhe eines Mannes
Fluss im Abisko Nationalpark

Um 10:45 Uhr nach 7,45 km machten wir unsere letzte Mittagspause am Rande des Abikskojåka. Hier gab es zum Glück keine Stechmücken mehr. Um 11:30 Uhr starteten wir dann zum Endspurt, passierten noch das letzte Zeltcamp mit Toilette und schlenderten dem Ziel entgegen.

Steiniges Flussufer des Kårsajåkka
Campingkocher im Abisko Nationalpark
Mann kocht essen im Abisko Nationalpark

Es ging durch verschlungene Waldwege und entlang des tosenden Flusses bis die ersten Fjällräven Flaggenmarkierungen an den Bäumen auftauchten. Fast geschafft. Nun passierten wir noch ein Haus und dann kam er endlich: Der Tunnel mit den gesamten Streckenpunkten des Kungsleden. Langsam liefen wir durch, sehr langsam, denn gleich war das Abenteuer vorbei.

Fluss im Abisko Nationalpark
Der Kårsajåkka im Abisko Nationalpark
Mann blickt auf den Kårsajåkka im Abisko Nationalpark
Der Kårsajåkka im Abisko Nationalpark
Wegweiser des Fjällräven Classic zum Ziel in Abisko
Gemaltes Rentier im Tunnel zur Abisko Fjällstation
Gemaltes Rentier im Tunnel zur Abisko Fjällstation
Ein Haus im Abisko Nationalpark
Der Holztunnel des Kungsleden in Abisko
Der Holztunnel des Kungsleden in Abisko
Der Holztunnel des Kungsleden in Abisko

Die Jugendherberge war nun zu sehen und die Straße die in die Zivilisation zurück führte. Nun noch nach links abbiegen und den Berg hoch und da war es. Das Ziel! Wir liefen drauf zu, mit festen Schritten, lachen im Gesicht. Die ersten Menschen drehten sich um und dann ging es los. Der Applaus aller Helfer und Teilnehmer begleitete uns die letzten Meter durchs Ziel. Geschafft! 6 Tage Abenteuer in der Wildnis, ohne Handyempfang, unterwegs mit Zelt und Gaskocher endeten hier. Mit dem letzten Stempel, der Endzeit um 13:59 Uhr der obligatorischen Medaille und Abzeichen und stolz wie Bolle!

Mann und Frau sind im Ziel des Fjällräven Classic
Die Flagge von Fjällräven Classic in Schweden im Ziel
Medaille und Abzeichen des Fjällräven Classic Schweden 2021
Das Ziel in Abisko beim Fjällräven Classic in Schweden

Wir stellten unsere Rucksäcke im Zelt ab und fingen an die orangene Flagge vom Rucksack abzumachen. Die Gaskartusche und den Müllsack herauszuholen und alles zur Abgabestation zu bringen. Da unser Müllsack voll war gab es ein kleines Präsent. Eine Fjällräven Sitzmatte für unterwegs. Wie praktisch. Dann ging es rüber ins Trekkers Inn, dort bestellten wir uns jeder einen leckeren Burger und ein Bier und stießen auf unser Abenteuer und Erfolg an. Und der Burger schmeckte jetzt natürlich besonders lecker.

Trekkers Inn Fjällräven Classic Schweden 2021
Burger im Trekkers Inn im Abisko Nationalpark beim Fjällräven Classic in Schweden

Nach dem Essen ging ich in die STF Abisko Turiststation und checkte uns ein. Das 2-Bett-Zimmer hatte ich bereits Anfang Mai 2021 gebucht. Gekostet hat eine Nacht 2.020,00 SEK etwa 195,00 Euro. Vor Ort zahlte ich aber noch ein paar Euro Gebühr weil ich kein Mitglied in der STF (Jugendherberge) bin. Bettwäsche und Frühstück sind inklusive.

Das erste was wir machten war natürlich den Rucksack komplett auszupacken und hängten im Zimmer und im Bad alles zum trocken auf. Dann gab es die erste Dusche nach 6 Tagen. Welch ein Erlebnis. Mein Handy lies ich zu diesem Zeitpunkt noch ausgeschaltet. Noch war ich nicht bereit für die Nachrichten aus der Zivilisation.

In der Herberge selbst gibt es noch einen Kleidungsladen und auch etwas Essen zu kaufen. Ich glaube dort kann auch Equipment geliehen werden. Es lohnt sich dort zu stöbern. Es gibt auch eine große Auswahl an Handschuhen der Marke Hestra. Ich habe mir am Start in Kiruna im Shop, den Fjällräven dort aufgebaut hatte, ein paar Innenhandschuhe von Hestra gekauft und bin absolut begeistert. Die Marke selbst haben wir nicht in unseren Läden in Deutschland. Zumindestens kenne ich keinen. Aber im Norden weiß man eben wie Outdoorbekleidung sein muss und ich bin schon in der Auswahl meiner nächsten Handschuhe.

Wir reservierten uns noch einen Tisch zum Abendessen, welches vorzüglich war und Ulf buchte uns draußen am Stand bei Fjällräven den Bus für den Transfer zum Flughafen am nächsten Tag.
Es gab sogar einen kleinen Stand wo du dir deine Wanderschuhe putzen lassen kannst, was wir aber nicht taten, da unsere Schuhe komplett Nass von außen waren. Und nicht zu vergessen die Massage welche du dir buchen kannst.

Nach einem langen Tag gingen wir dann Abends ins ungewohnte Federbett, natürlich mit offenem Fenster. Etwas Frischluft muss ja weiterhin gegeben sein.

Gelaufen sind wir an diesem Tag 14,96 km; 69 Höhenmeter und reine Laufzeit von 3 Stunden 32 Minuten. (Laut Strava App)

Und wo ich schon bei Kilometer und Höhenmeter bin. Laut der Strava App sind wir ganze 114,3 km gelaufen und haben dabei 1695 Höhenmeter absolviert.

Tag 7
Abreise

Nach einem sehr leckeren Frühstück direkt um 07:00 Uhr morgens ging es dann bereits zum Bus der bereits unten an der Straße wartete. Abfahrt war um 08:00 Uhr und der Transfer dauerte in etwa eine gute Stunde. Zuerst hielt der Bus am Bahnhof und brachte uns dann direkt zum Flughafen, der davon nicht weit entfernt liegt.

Um 11:15 Uhr ging unser Flug von Kiruna nach Stockholm. Dieser verlief ohne Probleme. Da ein paar Wochen vor unserer Reise aber unser Anschlussflug von der SAS storniert wurde und unser umgebuchter Flug, Achtung Ironie!,  bereits am frühen Morgen von Stockholm nach Frankfurt ging, musste Ulf uns einen separaten Flug mit der Lufthansa ab Stockholm buchen. Glück im Unglück, es gab noch ein paar freie Plätze, zwar nur in der Business Class, aber so kamen wir noch am selben Tag nach Hause.

In Stockholm mussten wir jedoch unser Gepäck wieder abholen und wieder neu einchecken. Und hier war ich so froh Business Class Tickets zu haben, denn im August 2021 wurden alle Flüge über ein Terminal und eine Reihe Check-In Schalter, egal welche Airline, abgefertigt. Das bedeutete das eine massiv lange Schlange vor den Economy Schaltern stand und wir in unserer Schlange nur vier Menschen vor uns hatten, wo aber auch nur zwei Menschen den Check-Inn betreuten. Vor uns spielten sich Dramen ab, die Details erspare ich dir hiermit, und endlich konnten wir einchecken und uns in die Lounge zurückziehen. Dort genossen wir das Essen und den Wein und schlenderten später entspannt zum Flieger wo wir nur wenig später in Frankfurt landeten und somit unser Abenteuer nun wirklich zu Ende war.

Flugzeug der SAS in Kiruna bei Regen
Blick aus dem Flugzeug auf den Flughafen in Kiruna auf eine SAS Maschine
Blick aus dem Flugzeug auf die Wolken mit blauem Himmel
Abflug nach Deutschland

Und jetzt sitze ich hier, es ist bereits Anfang Januar 2022 und schreibe diesen Blog, sehe mir die Fotos an und denke an diese tolle Zeit zurück. Ich kann es garnicht glauben das wir das gemacht haben. So unwirklich erscheint es mir doch, aber die Fotos zeigen das es einfach fantastisch war. Ich bin froh das ich jeden Stop mit Kilometerzahl und Uhrzeit auf der Karte markiert hatte, denn nur so konnte ich jetzt diesen Blog so Detailgetreu niederschreiben und meine Erinnerung an die vielen schönen Plätze mit Worten zu ‘Papier’ bringen. Die schönen Erfahrungen und Erlebnisse werden wir Beide lange mit uns mitnehmen und mal schauen wann und wo wir den nächsten Mehrtages-Trail wandern werden. Und sicher wird bald der ein oder andere Classic mit dabei sein. Ganz bestimmt!

Ich hoffe dir hat es geholfen einen Überblick über den Classic zu bekommen und ziehst es vielleicht jetzt selbst in Erwägung diesen 2022 mitzulaufen. Oder du liest dies hier und erinnerst dich zurück an deine Zeit als du den Trail gelaufen bist. Erzähl mir doch gerne was du vor hast oder ob du mit dabei warst und wir uns vielleicht sogar begegnet sind?

Auf ein baldiges Wiedersehen beim Fjällräven Classic in Deutschland. Denn dort werde ich voraussichtlich selbst als Volunteer mit dabei sein und dich bei deinem Weg unterstützen. Und wenn wir uns sehen, lass mir doch einfach ein Hallo da. Ich freu mich auf jeden von euch.

Packliste

Auf dem Foto siehst du in etwa was Ulf und ich eingepackt haben.

Geteilt haben wir uns:

Das Zelt: Wir haben das Zelt Mutha Hubba NX von MSR. Ein vielseitig Nutzbares 3 Personen Zelt und leicht. (2 kg)
1 x Gaskocher
1 x Gaskartusche; 383g
1 x Messer von Opinel;  55g
1 x Topf: Toaks Topf Titan mit Tasche; 184g
1 x Feuerzeug; 14g
1 x Spiegelkompass; 71g
1 x Erste Hilfe Set
1 x Deo (wir nutzen selbstgemachtes Cremedeo)
1 x Sonnenmilch
1 x Moskitospray
1 x Lippencreme
1 x Box Oropax
1 x Blister Ibuprofen
2 x Box Blasenpflaster
1 x Blasenstift
1 x Anker Powerbank 13000 mAh + Ladekabel Iphone (Nur 3x vollgeladen. Die ganze Zeit im Flugmodus geschaltet. Seltener gebrauch von Kamera und Ulf lies die ganze Zeit beim Wandern den Strava Tracker mitlaufen).
2 x Karabiner

Katharina

1 x Tatonka Rucksack mit Regencover; 2400g
1 x Schlafsack Apache Western Mountaineering, comf. temp. -5grad; 910g
1 x ULW Neoair ThermaRest Isomatte R6.9; 539g
1 x Wanderschuhe

1 x Trekkingstöcke Leki; 215g

1 x Spork (Gabel & Löffel); 16g
1 x Tasse
1 x Trinkflasche 650ml;
1 x Filtertrinkflasche Squeeze Katadyn 1L;

1 x Spiegelkompass; 71g
1 x Stirnlampe mit Batterien
1 x Sonnenbrille mit Etui

1 x Zahnbürste
20 x Zahnputztabs
1 x Gesichtscreme
1 x Haarbürste
1 x Nagelschere + Nagelfeile

1 x Sitztuch von Matador
1 x Moskitonetz für den Kopf
1 x kleines Gesichtshandtuch; 40g
1 x Flipflops

2 x Wandersocken
3 x Unterhose
1 x Sport-BH
1 x Longjohns
1 x Langes Wandershirt
1 x T-Shirt
2 x Zipper
1 x Mütze
1 x Buff Schal
1 x dünne Liner Handschuhe, Hestra
1 x Wasserfeste dünne Handschuhe, Sealskinz
1 x Stirnband
1 x dünne Daunenjacke
1 x Regenjacke
1 x Regenhose

Meine Kameraaussrüstung: Canon 5DMIV, Sigma 28-70mm f2.8, 3x Akkus, Speicherkarte
1 x Iphone SE 20

1 x Snacktasche mit Riegeln, Gels und Nüssen

Ulf

1 x Osprey Kestrel Rucksack mit Regencover 68l; 1800g
1 x Schlafsack Western Mountaineering, comf. temp. -4grad; 880g
1 x ULW Neoair ThermaRest Isomatte R4.2
1 x Wanderschuhe
1 x aufblasbares Kopfkissen

1 x Trekkingstöcke Carbon Pro von Alpinloacker

1 x Spork (Gabel & Löffel); 16g
1 x Tasse
1 x Trinkflasche Nalgene 1L

1 x Stirnlampe mit Batterien
1 x Sonnenbrille mit Etui

1 x Zahnbürste
20 x Zahnputztabs
1 x Gesichtscreme

1 x Sitztuch von Matador
1 x Moskitonetz für den Kopf
1 x mittleres leichtes Handtuch
1 x Flipflops

2 x Wandersocken
3 x Unterhose
1 x Longjohns
2 x Langes Wandershirt
2 x T-Shirt
2 x Zipper
1 x Mütze
1 x Sonnenhut
1 x Schal
1 x Wasserfeste dünne Handschuhe, Sealskinz
1 x dünne Daunenjacke
1 x Regenjacke
1 x Regenhose

1 x Snacktasche mit Riegeln, Gels und Nüssen

Packliste Fjällräven Classic Schweden
Packliste Fjällräven Classic Schweden

Gut zu Wissen

Musst du als Teilnehmer des Fjällräven Classic mit Ausrüstung von Fjällräven wandern?
Nein, du kannst natürlich mit jedem Bekleidungshersteller dort wandern. Fjällräven ist allerdings auf die Bedürfnisse einer Wanderung nördlich des Polarkreises ausgerichtet. Aber achte einfach darauf das du für alle Wetterlagen gewappnet bist, denn auch Schnee ist zu dieser Jahreszeit nichts ungewöhnliches.

Können auch Kinder am Event Teilnehmen?
Ja klar. Es sind immer sehr viele Familien mit ihren Kindern unterwegs. Wichtig finde ich das ihr als Familie bereits im Wandern geübt seid und natürlich das richtige passende Schuhwerk tragt. Auf dem Trail haben wir eine Familie gesehen deren Sohn, ca. 12 Jahre alt, mit viel zu großen Wanderschuhen gelaufen ist. Er hatte diese nicht richtig geschnürt und beim laufen sahen wir, dass er komplett auf den Seitenwänden lief. Zwei Checkpoints weiter haben wir ihn und seine Füße, welche sich in Versorgung befanden, gesehen. Ich kann tatsächlich nicht sagen ob die Familie noch weitergelaufen ist, aber so wie die Füße aussahen wäre das die reine Qual gewesen. Deshalb, auch wenn Wanderschuhe nicht gerade günstig sind und die Kinder schnell rausgewachsen sind, sind sie Wichtig um Blasen und Verletzungen jeglicher Art zu vermeiden.

Und was ist mit Hunden?
Hunde sind auf dem Trail und Event angeleint erlaubt. Wir haben viele Teilnehmer mit ihren Vierbeinern, die auch ihr eigenes Futter trugen, gesehen.

Gibt es den Fjällräven Classic nur in Schweden?
Nein, über die Jahre ist das Event erweitert worden. Der Classic Schweden ist und bleibt immer noch der erste und längste Classic. Mittlerweile kannst du in Deutschland (Allgäuer Alpen, 57km), Dänemark (75km), Schottland (Highlands, 60km), USA (high altitude Trail, Colorado, TBA km in 2022) und Korea (Hallasan Nationalparkt, 56km) wandern.

4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Vielen Dank für den tollen Bericht. Da ging mir echt das Herz auf 🙂 2019 bin ich den Classic Denmark mitgelaufen und träume nun von einer Teilnahme in Schweden. Mit solchen Infos wie von Euch fällt die Entscheidung und Planung wirklich leichter. Danke nochmals!

    Antworten
    • Liebe Daniela, vielen lieben Dank für deinen lieben Kommentar. Das freut mich sehr das mein Blogartikel dir weiterhelfen kann. Meine Absicht war es alles so gut und Detailreich wie möglich zu schreiben, um die Planung zu erleichtern. Vor allem wenn man, wie mein Mann und ich den Trail zum ersten Mal gelaufen ist. Viel Spaß bei deiner Planung und vielleicht sehen wir uns ja alle wieder in Schweden oder auf einem anderen Trail auf dieser Welt.

      Antworten
  • Thank you so much Katharina for sharing this amazing guide to the Fjällräven Classic Sweden! Your photos are incredibly beautiful and they really made me long even more to go and do the trip this year. Very kind of you to share your thoughts, tips and what equipment you and your husband used. It will be helpful in my planning.
    Again, thank you for sharing! 🙂

    Antworten
    • Dear Rebecca,

      thank you so much. I’m glad that the article is helpful to you and you can go on the Classic or any other long distance hike better prepared and just with the things you definitely need. Have fun preparing and planning. Hope to hear from you how the hike was. All the best for you, Katharina

      Antworten

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